Rund 860.000 Schmuggel-Zigaretten sichergestellt – 37 Personen vorläufig festgenommen

HZA - Beamte mobiler Kontrolleinheiten der Hauptzollämter Berlin, Frankfurt (Oder) und Potsdam führten in den Monaten Juni bis August 2015 zu unterschiedlichen Tageszeiten verstärkt Kontrollen gegen den illegalen Zigarettenhandel in Berlin durch.

Der örtliche Schwerpunkt der Überprüfungen lag in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Hohenschönhausen, Lichtenberg und Treptow-Köpenick. "Dabei hatten die Zöllner insbesondere die Anlieferung der zum illegalen Straßenhandel bestimmten Schmuggel-Zigaretten und deren Käufer in den Fokus ihrer umfangreichen Überprüfungen genommen", so Michael Kulus, Sprecher des Hauptzollamts Berlin.

Insgesamt wurden rund 860.000 unversteuerte Zigaretten verschiedener Marken mit unterschiedlichen Steuerzeichen sichergestellt.

Daneben haben die Zollbeamten neun Fahrzeuge sichergestellt, die zur Anlieferung der geschmuggelten Zigaretten benutzt wurden. Überwiegend waren diese Fahrzeuge mit gefälschten deutschen Kennzeichen unterwegs, um so deren wahre Herkunft aus dem Ausland zu verschleiern. Die Fahrzeugführer wurden vorläufig festgenommen.

Des Weiteren haben die Zöllner 28 Straßenhändler vorläufig festgenommen und insgesamt rund 5.000 Euro Verkaufserlös sicherstellen können. Ein eingesetzter Spürhund erschnüffelte davon allein rund 3.200 Euro. Darüber hinaus spürte der belgische Schäferhund rund 25.000 Schmuggel-Zigaretten auf.

Gegen alle 37 Personen wurden Steuerstrafverfahren eingeleitet.

Durch besondere Aggressivität und hohe kriminelle Energie zeichnete sich ein 21-jähriger Mann aus, der sich der Kontrolle seines Fahrzeugs durch Flucht entzog. Dabei wurde einer der kontrollierenden Beamten mehrere Meter mitgeschleift. Er musste seinen Dienst verletzungsbedingt beenden. Der Fahrer konnte trotz sofort aufgenommener Verfolgungsfahrt zunächst unerkannt entkommen. Gut einen Monat später ging er aber den Zollbeamten bei einer weiteren Schmuggelfahrt ins Netz. Derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft.

Aber auch die Käufer der illegal eingeführten Zigaretten kamen nicht ungeschoren davon. Gegen 55 von ihnen haben Zöllner Verwarngelder verhängt. Gegen vier Käufer wurden Bußgeldverfahren sowie gegen einen Wiederholungstäter ein Steuerstrafverfahren eingeleitet.

Die hinterzogenen Abgaben betragen rund 183.000 Euro.

Zusatzinformationen

Der Kauf illegal eingeführter Zigaretten ist kein Kavaliersdelikt und deren Konsum extrem gesundheitsgefährdend!

Gegen die Käufer von Schmuggel-Zigaretten werden je nach gekaufter Menge Verwarngelder zwischen 15 und 55 Euro verhängt. Werden mehr als 400 Stück erworben, wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, über 1.000 Stück ein Steuerstrafverfahren.

Daneben warnt der Zoll eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken. Es ist nicht auszuschließen, dass illegal eingeführte Zigaretten zusätzliche gesundheitsgefährdende Stoffe oder Substanzen enthalten.

Bild: ZFA-FF

Noch keine Kommentare bis jetzt.

Einen Kommentar schreiben