Illegaler Handel in Aachen? – 456 Kilo Shisha-Tabak einkassiert

JBM - 456 Kilo Wasserpfeifen-Tabak beschlagnahmten Zöllner in einem Ladengeschäft in Aachen - gegen den Betreiber wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung eingeleitet.

Eigenen Recherchen von JBM|News zufolge handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen arabisch-stämmigen Bewohner aus dem Raum Aachen.

Nicht nur beschädigte und falsch angebrachte Steuerzeichen auf Dosen mit Wasserpfeifen-Tabak erhärteten - während einer Routine-Kontrolle von Mitarbeitern des Hauptzollamt Aachen - den Verdacht auf illegale Tabak-Herstellung, sondern auch die unterschiedlichen Gewichte der Dosen.

Hunderte Dosen mit Wasserpfeifen-Tabak / Bild: ZFA-E

Hunderte Dosen mit Wasserpfeifen-Tabak

Auf Nachfrage gab der Ladenbesitzer den Zöllnern zu Protokoll, Wasserpfeifen-Tabak auf Wunsch der Kunden mit Melasse vermischt zu haben. Allerdings konnte er noch nicht einmal Unterlagen für die Beschaffung dieses Wasserpfeifen-Tabaks vorlegen, was ihm eine Einleitung eines steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahrens einbrachte - 156 Kilo Shisha-Tabak wurden beschlagnahmt.

Verkaufsraum in Aachen / Bild: ZFA-E

Verkaufsraum in Aachen

Bei einer anschließenden Durchsuchung weiterer Geschäfts- und Büroräume - durch herbeigerufene Kollegen des Zollfahndungsamtes Essen - tauchten noch weitere 300 Kilo Wasserpfeifen-Tabak auf - ebenfalls einkassiert.


Hintergrund

Wasserpfeifen-Tabak - Sorten und Herkunft

Der Wasserpfeifen-Tabak ist ein feuchter Tabak, der aus einer Mischung von Rohtabak, Melasse und Glycerin besteht. Er ist deutlich feuchter als Pfeifen- oder Zigarrentabak. Vor allem im europäischen Raum wird aromatisierter Tabak in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen geraucht.

Die wohl bekannteste Richtung ist Doppelapfel, Kirsche, Minze, Orange, Zitrone, Mango, Vanille, Banane, Cappuccino, Karamell, Lakritze, Kokosnuss, Multifrucht, Rose, Traube, Erdbeere, Pfirsich, Melone und Cola. Die Tabakindustrie kreiert beständig neue und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen, so gibt es mittlerweile Basilikum- und Bier-Tabak.

Zu den bekannten Produzenten des Tabaks gehören die ägyptische Firma ´Nakhla Tobacco´, ´Al Waha´ aus Jordanien sowie ´Al Fakher´, ´Soex´und ´Serbetli´. Inzwischen gibt es etwa 30 größere Hersteller von aromatisiertem Shisha-Tabak.

Angebaut wird der Wasserpfeifentabak meist im Orient. In Containern gelangt er auf Schiffen vom Libanon oder von Ägypten aus nach Europa in die Häfen - dann auf dem Landwege mit Lastwagen über Osteuropa, Holland oder Belgien nach Deutschland. Auch auf dem Luftwege gelangt tonnenweise Wasser-Tabak nach Europa.

Der Verkaufspreis im Laden liegt je 100 Gramm zwischen acht und zehn Euro.


Gesundheitliche Risiken

Wasserpfeifentabak kann grundsätzlich in Deutschland zwar legal vertrieben und erworben werden, allerdings muss der Tabak versteuert sein – erkennbar durch die als Siegel angebrachte deutsche Steuerbanderole – und er darf den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Feuchtigkeitsgehalt von fünf Prozent nicht überschreiten.

Allerdings weist der aus den Ursprungsländern eingeschmuggelte Wasserpfeifentabak oft eine sehr viel höhere Feuchtigkeit auf - nicht selten bis zu 40 Prozent. Der Effekt: Der aromatische Tabakrauch wirkt dann kälter und kann tiefer inhaliert werden. Der Feuchtigkeitsgehalt wird bei der Schmuggelware durch die Zugabe von Zuckermelasse und vor allem Glycerin geregelt.

Wasserpfeifentabak mit Glycerin gestreckt Quelle: JBM|News / Zollamt Linz Wels

Wasserpfeifentabak mit Glycerin gestreckt Quelle: JBM|News / Zollamt Linz Wels

Allerdings birgt der so versetzte Tabak die Gefahr größerer gesundheitlicher Risiken: Verbrennt Glycerin, erzeugt es gesundheitsschädliche Substanzen, die durch den Wasserpfeifen-Raucher inhaliert werden.

Bei einer Shisha Sitzung wird laut  Weltgesundheitsbehörde etwa so viel Rauch inhaliert, wie bei 100 filterlosen Zigaretten.

Eine Studie des Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR) zufolge, wurden bei Untersuchungen im Rauch von Wasserpfeifen auch krebserzeugende Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Nitrosamine nachgewiesen, die zu Lungenkrebs und Tumoren an den Lippen führen können.

Da der Tabak nicht verbrennt, sondern bei niedrigen Temperaturen schwelt, entstehen besonders viele Gifte. Da der Rauch auch kälter ist als bei Zigaretten, werden - neben Kohlenmonoxid - die Schwermetalle Chrom, Nickel oder Blei viel tiefer in die Lungen gezogen, so die Studie weiter.


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