137 Kilo Tabak beschlagnahmt – Eskalation der Gewalt verhindert

JBM/ZFA-B - Gegen zwei 53- und 29-jährige arabisch-stämmige Männer aus Berlin-Neukölln hat die Kontrolleinheit des Hauptzollamts Berlin wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ein Steuerstrafverfahren eingeleitet.

Am Dienstag führten Beamte einer mobilen Kontrolleinheit des Hauptzollamts Berlin Kontrollen im Rahmen der Steueraufsicht durch. Gegen 19:45 Uhr überprüften die Zöllner ein einschlägig bekanntes arabisches Lebensmittelgeschäft in Berlin-Neukölln.

Dabei stellten sie in den Hohlräumen und den untersten Böden der Verkaufsregale insgesamt 137 Kilogramm unversteuerten Wasserpfeifentabak fest.

Gegen die beiden hinter dem Verkaufstresen angetroffenen 53- und 29-jährigen männlichen Personen wurden Steuerstrafverfahren eingeleitet - der Wasserpfeifentabak beschlagnahmt.

Während des laufenden Einsatzes mussten die Zollbeamten allerdings feststellen, dass an einem der beiden vor dem Ladengeschäft abgestellten Dienstkraftfahrzeugen ein Reifen zerstochen wurde.

Zum gleichen Zeitpunkt versammelte sich vor dem Schaufenster eine aus rund zehn Personen bestehende Menschengruppe und bekundete Sympathie mit den Beschuldigten. Durch herbeigerufene weitere Kräfte des Zolls und der Landespolizei konnte eine Eskalation der Gewalt entschärft werden.

Berlin-Neukölln

Sie handeln mit harten Drogen, verdienen an Prostitution, Waffengeschäften und Schutzgelderpressungen. 25 arabische Großfamilien gibt es in Berlin, sechs davon gelten als höchst kriminell. Die meisten der rund 350 Familienmitglieder sind bei der Polizei bekannt. Regelmäßig wird gegen die Männer ermittelt, kommt es zu Prozessen, die mitunter sogar mit Verurteilungen enden. Doch die Macht der Araber-Clans ist ungebrochen.

Die machen hier, was sie wollen“, sagt ein hochrangiger Polizist, der anonym bleiben möchte. Und erklärt einige Methoden der Verbrecher. „Die Kokain-Dealer zum Beispiel fahren in Mietwagen durch die Gegend und warten, bis sie von ihren Kunden angerufen werden. Dann fahren sie zu ihren Abnehmern nach Hause, der eigentliche Deal findet dann im Wohnzimmer oder in der Küche des Kunden statt. Das können wir in dem Fall also gar nicht mitbekommen, geschweige denn jemanden festnehmen.“

Gerade im Bereich Drogenhandel verdienen die Clans Unsummen, dementsprechend raffiniert und ausgefeilt sind die Methoden. „Wenn eine größere Menge transportiert werden muss, vor allem von einer Stadt in die andere, dann machen die das nicht selber“, so der Ermittler weiter. „Da wird dann ein Auto in einen fingierten Unfall verwickelt, so dass es nicht mehr fahrtüchtig ist. Anschließend wird der ADAC gerufen, der kümmert sich dann vertragsgemäß um den Rücktransport des Wagens nach Berlin. Was der arme Fahrer natürlich nicht ahnt: Im geschrotteten Auto wurde vorher die Ware versteckt.“ Ein Abschleppwagen des ADAC mit einem lädierten Auto auf der Ladefläche – eine bessere Tarnung kann man sich kaum vorstellen.

Auch mit klassischer Schutzgelderpressung und EC-Karten-Betrug machen die Clans riesige Gewinne, finanzieren sich damit dicke Autos, Uhren für fünfstellige Beträge oder traumhafte Häuser. Das Oberhaupt der berühmt-berüchtigten Familie R. residiert inzwischen in einer Luxusvilla im Südosten hinter riesigen, verspiegelten Fenstern – ironischer weise mit direktem Blick auf das örtliche Polizeirevier. „Wenn die Kollegen zur Arbeit kommen und jeden Morgen das schicke Haus der Familie mit drei Luxuswagen davor sehen, was glauben Sie, wie sich das anfühlt“, empört sich der Ermittler. (Quelle: Berliner Kurier, 20.03.2012, zur Weiterveröffentlichung genehmigt)

Shishas

Das Rauchen von Wasserpfeifen, so genannte Shishas, hat seinen Ursprung im vorderen Orient und in Nordafrika, kommt aber bei Jugendlichen in Nordeuropa immer mehr in Mode.

Allerdings unterliegen die gewerbliche Einfuhr und auch die Herstellung von Wasserpfeifentabak steuerlichen Vorschriften, denn auch diese Produkte sind tabaksteuerpflichtig.

Die Shisha-Raucher bevorzugen besonders den bis zu 30 Prozent angefeuchteten Wasserpfeifentabak, wie er in den Ursprungsländern hergestellt wird. In Deutschland darf dieser Tabak nur mit maximal fünf Prozent Feuchtigkeit verkauft werden.

Der besonders hohe Feuchtigkeitsgehalt wird durch die Zugabe von Zuckermelasse oder durch Glyzerin erreicht. Glyzerin erzeugt jedoch bei der Verbrennung gesundheitsschädliche Substanzen. Zudem wird der kalte aromatisierte Rauch tiefer als bei gewöhnlichen Tabakprodukten inhaliert.

Bild: Archiv

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