Neuer Drogen-Schock – Kaudroge Khat erobert zunehmend Deutschland

JBM - Deutschland ächzt unter dem enormen Bedarf an der illegalen Kaudroge ´Khat´, durch hier in Deutschland lebende afrikanische Einwohner.

Dabei spielt auch der enorme Zuzug von Flüchtlingen eine nicht unbeträchtliche Rolle, so vorliegenden Informationen zufolge.

Und wie enorm hoch der Bedarf an der Kaudroge ´Khat´ - vorwiegend für Äthiopier, Jemeniten oder Somalier - ist, zeigt ein aktueller grenzüberschreitender Fahndungserfolg in Zusammenarbeit mit polnischen Behörden.

Die Polizei in Polen hatte im Danziger Hafen mehr als drei Tonnen der Kaudroge Khat in einem Seecontainer aus Kenia sichergestellt - deklariert als ´Grüner Tee´.

Geöffneter Karton

Geöffneter Karton

Der Seecontainer war insgesamt mit 414 Kartons, in denen sich jeweils acht Beutel mit je einem Kilo getrockneten ´Khat´ befanden, beladen.

Von dort sollte dann die Fracht weiter - über den Hafen Rotterdam (Niederlande) - in das knapp 6.000 Einwohner zählende Heuchelheim bei Gießen (Hessen) eingeschmuggelt werden.

Im Rahmen grenzüberschreitender Ermittlungen und der koordinierten Zusammenarbeit mit den Behörden in Polen, erhielt der Zoll in Frankfurt/Main jedoch einen Hinweis.

So rechneten die am Zielort bereits wartenden Schmuggler, ein 29-jähriger Äthiopier aus den Niederlanden sowie ein 36-jähriger US-Amerikaner - ebenfalls mit Wurzeln in Äthiopien - nicht mit einer „Kontrollierten Zustellung´ durch verdeckte Ermittler.

Diese Form der Zustellung bedeutet eine 24-Stunden-Überwachung von einem Startpunkt - hier Danzig (Polen) - bis zum Zielpunkt. Obwohl die Fracht in Danzig bereits hätte beschlagnahmt werden können, wählten Zielfahnder stattdessen die ´Kontrollierte Zustellung´, um an die Hintermänner zu gelangen - was auch erfolgreich klappte.

Je Tüte 1 Kilo Khat

Je Tüte 1 Kilo Khat

Neben den beiden bereits erwähnten Tätern klickten die Handschellen auch für drei weitere Personen im Alter von 33, 34 und 41 Jahren.

Von ihnen ein Äthiopier aus Frankfurt/Main, ein Deutsch-Türke aus Linden bei Gießen sowie ein weiterer arabisch-stämmiger Mann.

Während die beiden 29 und 36-jährigen Haupttäter in Untersuchungshaft überführt wurden, gelangten die drei anderen nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß, weil sie nur Helfer gewesen waren.

Unter ihnen der Betreiber des Lagers in Heuchelheim, der angab, von einem Drogenhandel gar nichts gewusst zu haben - er von einer Lieferung Tee ausgegangen sei.

Wie enorm der Bedarf an der Kaudroge ist, zeigen auch die bereits im Monat November diesen Jahres am Flughafen Frankfurt ( 380 Kilo) und Flughafen München (450 Kilo) beschlagnahmten Mengen.

Das Hauptzollamt Frankfurt hatte den Marktwert von ´Khat´ in Deutschland kürzlich mit rund 60 Euro pro Kilogramm angegeben, der polnischen Behörde CBSP zufolge erreicht der Wert in westlichen Ländern sogar bis zu 660 Euro pro Kilo.

´Kath´ gilt in Somalia als eine der Haupteinnahmequellen der Milizen und die US-Regierung vermutet, dass ´Kath´-Gelder eine wichtige Rolle in der Finanzierung des islamistischen Terrorismus am Horn von Afrika spielen.


 

Hintergrund.

´Kath´ - auch Kat, Qat oder Miraa genannt - ist eine in Äthiopien, dem Jemen und Somalia gängige Alltagsdroge.

Hauptanbaugebiete sind Kenia, der Jemen und Oman. Sie wird in Form von Sträuchern gezüchtet, die eine Höhe bis zu 20 Metern erreichen können.

Frisches ´Khat´ muss nach der Ernte binnen drei Tagen konsumiert werden, da die Blätter sonst ihre berauschende Wirkung verlieren. Daher gelangen frische Blätte stets über die Flughäfen.

Hingegen kann die Kaudroge auch trocken konsumiert werden. Sie wird in einem besonderen Verfahren getrocknet und gelangt dann über Seecontainer nach Eurpoa.

Die Blätter der Pflanze werden nach dem Zupfen vom Strauch entweder sofort oder getrocknet im Mund zerkaut - ein leichter Rauschzustand entsteht durch den in den Blättern enthaltenen Amphetamin-Wirkstoff ´Cathin´.

Konsumenten geraten in einen Zustand allgemeinen Wohlgefühls - der Wunsch, sich mitzuteilen, wird erhöht - Müdigkeit verschwindet und hemmt zugleich das Hungergefühl.

Dieser Zustand hält etwa zwei Stunden an und endet - nicht selten - mit einer depressiven Verstimmung.

Schlimmer noch: Ein zu hoher Konsum führt von der Müdigkeit und Benommenheit bis hin zur Vergiftung, die sich durch Magenkrämpfe und Erbrechen zeigt.


Warum werden diese hohen Mengen eingeschmuggelt?

"Hauptkonsumenten sind Flüchtlinge aus Afrika, die diese Drogen in ihren Heimatländern selbstverständlich konsumiert haben", so ein Ermittler gegenüber JBM|News, der aus ermittlungstechnischen Gründen nicht genannt werden darf.

 


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